Deutsche Meisterschaft im Seglerschlepp des DMFV in Brettheim 2010
 
Vom 03.06.-05.06.2010 fand in Brettheim die 37. internationale Meisterschaft im Seglerschlepp des DMFV statt.

Erstmalig in unserer Vereinsgeschichte traten gleich 3 Teams vom MFC Altenkirchen-Ingelbach e.V an, um sich dem sportlich fairen Wettbewerb zu stellen. Das ist schon mehr als beachtlich bei einem kleinen Verein mit 20 aktiven Mitgliedern!
     1. Team:  
Heiko Kempf und Stefan Thiel
2. Team:  Axel Rahn und Kevin Kempf
          3. Team: 
Andreas Brück und Eric Laumann
F-Schlepp ist in unserem Verein seit 1993 die am meisten praktizierte Art des Modellfliegens. Bei einigen von uns keimte in den letzten Jahren  der Wunsch immer mehr, an der Deutschen Meisterschaft im Seglerschlepp teilzunehmen und dieser Traum erfüllte sich für uns 2010 in Brettheim!
Nun war es soweit, wir kamen am Samstag gegen Abend in Brettheim bei noch schönem Wetter an und es bot sich uns schon von weitem ein grandioser Anblick der Wohnwagen- und Zeltstadt. 65 Teams und ihre Angehörigen brauchen schon eine Menge Platz und eine präzise Organisation, damit alles "rund" läuft! Dies ist dem Veranstalter
(DMFV) und den Gastgebern (MFC Brettheim) hervorragend gelungen. Dafür von hier aus nochmals herzlichen Dank!
 
Das anfänglich noch schöne Wetter während des Aufbaus der Wohnwagen und Vorzelte sollte sich jedoch schlagartig ändern! Von Samstag abends an regnete es fast ununterbrochen bis Dienstag. An Fliegen war Sonntags und Montags nicht zu denken. Die Temperatur fiel Tagsüber auf 12 Grad ab!!! Dann ging es in Schauerwetter über, sodass am Dienstag nur in den Regenpausen einige Trainigsflüge stattfinden konnten. Alle angereisten Teams konnten lediglich 2 Trainingsflüge absolvieren, mehr ging nicht und es wurde von einigen sogar im Nieselregen trainiert!
 
Der Mittwoch sollte eigentlich der offizielle Trainingstag werden, an dem alle Teams nach der Reihenfolge des Startomats ihren Trainigsflug absolvieren konnten. Aufgrund des Schauerwetters wurde am morgen das offizielle Training abgesagt. Lediglich die erst später angereisten Teams, die bis dato keinen Trainigsflug machen konnten, durften einen Flug am Mittwoch in den Schauerpausen machen. Dies war eine sehr faire Entscheidung. Überhaupt wird bei den F-Schleppern sehr fair, auch im Wettbewerb, miteinander umgegangen!!! Sehr vorbildlich, daran könnten sich andere Sportarten gerne ein Beispiel nehmen.........
Am Mittwoch Abend wurden dann im großen Festzelt die Startnummern für den am Donnerstag beginnenden Wettbewerb ausgelost. Team Thiel/Kempf zogen die Startnummer 59, Team Kempf/Rahn zogen die Startnummer 49 und Team Laumann/Brück zogen die Startnummer 47.

Dann, pünktlich am Donnerstag morgen um 9.00 Uhr sollte der erste Wertungsdurchgang beginnen. Aufgrund des Wetters verschob sich der erste Flug auf 10.30 Uhr. Noch teilweise bei Nieselregen wurden die Wertungsflüge durchgeführt.
Andreas und Eric absolvierten einen sauberen Flug und konnten wahrlich zufrieden sein.

 
 
Dann kamen Kevin und Axel (im Nieselregen)!
Auch die beiden flogen bei diesen Bedingungen eine gute Runde!
   
 
Nun waren wir  (Heiko und Ich) dran. Doch was war dass jetzt? Unmittelbar nach dem 3. Aufruf und dem Starten des Motors begann unter unseren Füßen die Erde zu beben! Ein Erdbeben? Gerade jetzt hier in Brettheim?
Nein, es waren wir, die so zitterten wie Espenlaub. Was war das jetzt? Wir mussten eine ganz neue Seite an uns kennen lernen, denn normalerweise neigen weder Heiko, noch meine Wenigkeit zur Nervosität!
Da mussten wir nun durch und begannen mit einem sehr schönen Start und einer guten Runde, wobei wir feststellen mussten, das man mit zitternden Knochen nicht mehr präzise fliegen kann.............und so warf ich das Schleppseil dann neben das markierte Feld! Das ist halt Wettbewerb mit all seinen Facetten. 
 
 
Es war vollbracht: Unser erster Wettbewerbsflug lag nun hinter uns und allen drei Teams fiel ein Stein vom Herzen! Das Erdbeben war wieder verschwunden und geschlaucht vom Wettbewerb gingen wir zum Abendessen in unser neues, mobiles Vereinsheim (Brück´s Vorzelt), in dem unsere beiden weiblichen Mitglieder Ulrike und Agnes für uns gekocht hatten.
   Hier muss ich mal einen ganz besonderen Dank an die beiden aussprechen, denn Sie haben uns während der gesamten Zeit liebevoll um- und versorgt! Auch, oder gerade dann noch, wenn uns der Wettbewerbstress völlig einnahm!
Vielen Herzlichen Dank ihr beiden!!!!!!!  
   Am Freitag begann dann planmäßig der zweite Durchgang. Team Brück/Laumann flogen wieder eine sehr gute Runde, ebenso auch Team Rahn/Kempf. Und Team Kempf/Thiel wollte das eigentlich auch.....! Pünktlich nach dem 3. Aufruf kam das Erdbeben wieder! Dieses mal hat es wohl meinen Motor verschreckt, den der wollte nach dem üblichen anwerfen dann doch nicht sauber auf Vollgas laufen. Nach dem Gaswegnehmen ging er dann aus.
Nun, ich warf den Motor erneut an, jedoch bemerkte ich sofort ein geändertes Laufverhalten. Erneut ging mein Schätzelein nach dem Gaswegnehmen aus! Mir blieb nichts anderes übrig, als meine Hand zu heben und einen technischen Defekt anzuzeigen! Ich sah in Heiko´s Gesicht und fühlte mich wie ein Volldepp. War´s das jetzt gewesen, sollte so unser Traum von der ersten DM-Teilnahme zu Ende sein!
Während der gesamten Trainingszeit vor der DM  hat alles immer reibungslos funktioniert, nichts wurde verändert. Ich hatte nach dem ersten Wertungsflug lediglich getankt, sonst nichts!
Die Punktrichter schickten uns vom Platz und teilten uns mit, man würde sich in der nächsten Pause um uns kümmern!
Martin Hofmann kam zu uns (Danke Martin, das war sehr beruhigend!) und sprach mit uns über die weitere Vorgehensweise. Wir kontaktierten dann den Pilotensprecher (Klaus Ernst), der unser Anliegen an das Schiedsgericht weiterleitete. Wir bekamen nach Beendigung des zweiten Wertungsdurchgang´s dann die erlösende Nachricht, das wir am nächsten Morgen nachstarten dürfen! Mir fiel ein Stein vom Herzen! Nach Beendigung des zweiten Wertungsdurchgang´s nahmen wir sofort die Gelegenheit war, nach dem Grund für den schlechten Motorlauf  zu suchen! Ich vermutete einen winzigen Fremdkörper (was auch immer...) im Vergaser. Und so war es dann auch. Mit voll geöffneter Hauptdüsennadel wurde der Motor gestartet um so mit ein wenig Glück den Fremdkörper auszuspülen , sodass auf eine Nachtschicht mit Schrauberei vielleicht verzichtet werden könnte!
Es schien uns zu gelingen, denn nach dem zurückdrehen der Hauptdüsennadel in die ursprüngliche Position lief der Motor wieder Tadellos!
In Heiko´s Gesicht verschwand das Gewitter und bei mir das Erdbeben, welches während des gesamten zweiten Durchgangs anhielt!
Am nächsten morgen wurde dann beim Briefing bekannt gegeben, das wir nachstarten durften! Es folgte ein herzlicher Applaus von allen Teilnehmern, der bei uns Erleichterung hervorrief und wieder mal den fairen Sportsgeist bei den F-Schleppern beweist!
Am Samstag morgen begann der Endspurt des 2. Wertungsdurchgang´s pünktlich um 9.00 nach dem Briefing. Da pro Tag nur 60 Wertungsflüge gemacht wurden, mussten noch 10 Teams den 2. Wertungsflug absolvieren. Danach sollten wir nachstarten. Da wir schon 3 min unserer Rahmenzeit (10 min) verbraucht hatten, blieben uns jetzt nur noch 7 min für den kompletten Wertungsflug. Das schien unmöglich, aber wir riskierten Punktabzüge für die Präzision und wollten auf jeden Fall alle Figuren innerhalb der 7 min schaffen, denn nach Ablauf der Zeit gibt´s keine Punkte mehr......!
Wir sprachen uns mit unseren Coaches (Andreas und Eric) ab und versuchten, keine unnötigen Sekunden nach dem Motorstart zu verschenken. Der 3. Aufruf kam und von nun an ging alles im Laufschritt! Motor starten und sofort mit erhöhtem Gas warmlaufen, rollen in den Zielkreis und sofort Seil einhängen. Im Laufschritt zurück zum Pilotenstand und Start. Das Erdbeben kam natürlich wieder, in Anbetracht der gnadenlos ablaufenden Zeit mit 7 min im Hinterkopf konnten wir uns nicht wirklich beruhigen!
Wir schafften das, was eigentlich keiner für möglich hielt, wir flogen den Wertungsdurchgang in 6 min 20 sec! Natürlich war alles nicht perfekt sauber geflogen, aber es hatte gereicht, wir kamen unter die ersten 50 Teams. Das war die Voraussetzung, um am 3. Wertungsflug Teilnehmen zu können!
Ich denke, das wir den schnellsten kompletten Flug in der Geschichte der DM-Seglerschlepp geflogen haben, wir waren erleichtert und von da an kam auch kein Erdbeben mehr!
Wir konnten kaum verschnaufen, da nun in umgekehrter Reihenfolge gestartet wurde und flogen unseren 3. Wertungsflug. Start verlief gut, das Viereck hätte schöner sein können, beim Seilabwurf sprang das Wertungsfeld plötzlich einen Meter zur Seite, sodass das Seil daneben lag! Landung Motormaschine gut. Dann kam die Seglerlandung. Endlos schien der Endanflug von Heiko´s Röhnlerche. Die Fotographen hatten ihre Freude.....! Majestätisch schwebte Sie herein und setzte leicht aus der Richtung auf. Stur auf der Kufe rutschend kam die Ka 4 genauso neben dem Wertungsfeld zum stehen, wie mein Schleppseil.......Das ist
Teamarbeit!!!
Kevin und Axel waren an der Reihe und flogen einen souveränen 3. Durchgang, bis auf die Landung der Belanca. Eigentlich hätte der Aufsetzpunkt genau im 20er Feld gepasst, aber dann bekam die Maschine einen Windstoß genau von vorne, der das Ausschweben um 10m verlängerte. So schnell wie der Windstoß kam, war er auch vorbei und die Belanca fiel hart ins Fahrwerk, sodass der Propeller Bodenberührung hatte und der Motor stehen blieb! Das bedeutete eine 0 Wertung für die gesamte Landung. Das war wirklich schade! Dafür legte Axel eine Bilderbuchlandung mit der ASW 15 hin.
Nun waren Eric und Andreas dran. Sie bewiesen Nervenstärke und konnten sich noch einmal steigern, sodas am Ende Platz 21 heraus kam! Das ist ein absolutes Top-Ergebnis für das erste mal.
Kevin und Axel erreichten den 41. Platz und Heiko und Ich Platz 47!
Nun war es geschafft! Die DM war vorbei, alle Flieger noch heil und wir ziemlich erleichtert!
Der Samstag Abend wurde im Festzelt verbracht und gefeiert. Am Sonntag morgen begann der große Abbau und nach der Siegerehrung fuhren wir erschöpft nach Hause!

Gratulation von hier aus natürlich noch einmal an die deutschen Meister Thomas Höchsmann und Karl Berschin!
                  
Im kommenden Jahr werden wir wieder dabei sein, wenn es heisst: DM F-Schlepp 2011

Zum Abschluss noch ein paar Schmankerl am Rande.....

Andreas und Eric wollten eigentlich einen Trainingsflug machen, doch der Motor der Wilga wollte einfach nicht anspringen, obwohl die Zündung doch schon 2 Tage angeschaltet war...........Zündakku absolut leer!
Beim dadurch verspäteten Trainingsflug fuhr an der Ka 4 von Andreas nur eine Störklappe aus. Das Servo funktionierte, also Anlenkungshebel auf der Welle los. Chirurgischer Eingriff war notwendig, da der Klappenkasten (Holz) geöffnet werden musste.......
 
Unser (Team Kempf/Thiel) 2. Trainigsflug war sehr gut und auch die Landung der Ka 4 sah eigentlich gut aus, doch die Röhnlerche wollte partout nicht zum Stehen kommen, da das Gras durch einen vorausgegangenen Regenschauer pitschnass war. Sie rutschte ungebremst und nicht mehr korrigierbar in Richtung Zaun, um diesen mit einem hässlichen und lauten  "knacks" zu touchieren. Entsetzen machte sich breit. Wir gingen hin um uns das Desaster anzuschauen. Die Endleiste der rechten Fläche hatte in Rumpfnähe einen unschönen Knick und war gebrochen. Also luftholen und reparieren. Das brauchten wir nicht wirklich......., aber die Reparatur gelang Heiko und Axel so gut, das man nichts mehr davon sieht!

Das ist Wettbewerb

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